Kompromiss der Regierungskoalition vom 6.4.2017

Aus Generalistische Pflegeausbildung
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Diese Seite wurde zuletzt aktualisiert am 20.04.2017 Diese Seite korrekt zitieren

Eckpunkte des Kompromisses

Die Koalitionsfraktionen von CDU/CSU und SPD haben sich auf einen Kompromiss zur geplanten Reform der Pflegeberufe geeinigt. Folgende grundsätzliche Regelungen sind darin enthalten:

  1. Die Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflege wird abgeschafft und durch eine generalistische Pflegeausbildung ersetzt: Drei Jahre mit Vertiefungseinsatz, Abschluss zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann, wie ursprünglich geplant.
  2. Die Ausbildungen zur Alten-/ sowie Kinderkrankenpflege bleiben grundsätzlich erhalten: Zwei Jahre generalistisch mit anschließender Wahlmöglichkeit zwischen den einjährigen separaten Ausbildungen „Altenpfleger/-in“, „Kinderkrankenpfleger/-in“ oder „Generalistik mit dem jeweiligen Schwerpunkt“.
  3. Hochschulische Ausbildung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann.
  4. Zusätzlich sollen die Auszubildenden nach dem zweiten Ausbildungsjahr die Möglichkeit erhalten, den Abschluss zur Pflegeassistenz zu absolvieren.
  5. Die Finanzierung soll unterschiedslos über einen gemeinsamen Ausbildungsfonds erfolgen.
  6. Nach sechs Jahren soll das BMG evaluieren, wie viele der Alten- und Kinderkrankenpflege-Auszubildenden sich für den generalistischen bzw. die separaten Abschlüsse entschieden haben. Sollten sich mehr als 50 % der Auszubildenden für den generalistischen Abschluss entschieden haben, sollen die separaten Abschlüsse abgeschafft werden.

Soweit die Eckpunkte. Es liegt weder ein Gesetzentwurf noch die Ausbildungs- und Prüfungsverordnung vor.

Viele Redaktionen (siehe unten unter "Was in der Presse berichtet wird") zitieren den Kompromisspapier. Am nächsten an die tatsächlich besprochenen Inhalte dürfte wohl eine Pressemitteilung der SPD-Fraktion des Deutschen Bundestages kommen:

Statement von Carola Reimann und Karl Lauterbach

Die SPD- und CDU/CSU-Bundestagsfraktionen haben sich nach Vorlage eines Kompromissvorschlags zum Pflegeberufsgesetz verständigt. Nach zwei Jahren Lehre entscheiden die Auszubildenden selbst: weiter generalistisch oder spezialisieren.

Die SPD- und CDU/CSU-Bundestagsfraktionen haben sich nach Vorlage eines Kompromissvorschlags von Karl Lauterbach und Georg Nüßlein vom 28.3.2017 zum Pflegeberufsgesetz verständigt.

Demnach beginnt künftig in allen Pflegeschulen die Ausbildung mit einer zweijährigen generalistischen Pflegeausbildung. Nach zwei Jahren entscheiden die Auszubildenden selbst: Sie können die generalistische Ausbildung fortsetzen oder im Bereich der Kinderkranken- oder Altenpflege den bisherigen Abschluss als Altenpfleger/in oder Kinderkrankenpfleger/in wählen. Einen Einzelabschluss in der Krankenpflege wird es künftig nicht mehr geben.

Sechs Jahre nach Beginn der neuen Ausbildung erfolgt durch das Bundesgesundheitsministerium (BMG) und das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) eine Auswertung der Anzahl der separaten Abschlüsse in der Altenpflege- und Kinderkrankenpflegeausbildung sowie der generalistischen Ausbildung mit Vertiefung in der Alten- und Kinderkrankenpflege. Haben mehr als 50 Prozent den generalistischen Abschluss mit dem entsprechenden Schwerpunkt gewählt, sollen die eigenständigen Berufsabschlüsse auslaufen und nicht mehr weitergeführt werden. Über die Abschaffung oder die Beibehaltung entscheidet der Deutsche Bundestag.

"Die Finanzierung aller Ausbildungswege erfolgt unterschiedslos über einen gemeinsamen Ausbildungsfonds. Damit erreichen wir für die Auszubildenden die größtmögliche Entscheidungsfreiheit und durch diese Entscheidungsfreiheit der Auszubildenden wird sich das bessere Modell am Arbeitsmarkt durchsetzen,“ erklären die stellvertretenden Vorsitzenden der SPD-Bundestagsfraktion, Carola Reimann und Karl Lauterbach.

Quelle: http://www.spdfraktion.de/presse/statements/ausbildung-pflegeberuf-einigung

Was in der Presse berichtet wird

  • ab 2019
  • Gemeinsame zweijährige Generalistische Ausbildung Abschluss Pflegeassistent/-in in allen Pflegeschulen
  • Dann einjährige Spezialisierung:
    • Kinderkrankenpflege
    • Altenpflege
    • Generalistische Pflege
  • Kein Abschluss mehr in Krankenpflege

06.04.2017 Ausbildung für Pflegeberufe wird reformiert

SPD und Union haben sich auf die Reform der Pflegeausbildung geeinigt. Künftig gibt es Generalisten, die sich nach zwei Jahren spezialisieren können. Gebühren fallen weg.

Quelle: http://www.zeit.de/politik/deutschland/2017-04/pflegeberufe-grosse-koalition-reform-ausbildung 6. April 2017, 21:12 Uhr Quelle: ZEIT ONLINE, Reuters, KNA, ndo

06.04.2017 Große Koalition: Ausbildung für Pflegeberufe wird reformiert

Die Koalition hat sich nach mehr als einjährigen Beratungen auf eine Reform der Pflegeberufsausbildung geeinigt. Die geplanten Änderungen sollen die Pflegeberufe attraktiver machen, um dem Mangel an Fachkräften in der alternden Bevölkerung entgegenzuwirken.

Quelle: http://www.br.de/nachrichten/pflege-ausbildung-reform-116.html von Ulrich Trebbin

06.04.2017 Pflegeberufe: Koalition verständigt sich auf Reform

Die Pflegeberufsausbildung wird reformiert. Die geplanten Änderungen sollen die Pflegeberufe attraktiver machen, um dem Mangel an Fachkräften in der alternden Bevölkerung entgegenzuwirken.

Quelle: Handelsblatt http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/pflegeberufe-koalition-verstaendigt-sich-auf-reform/19627182.html