Kausale Dimension

Aus Generalistische Pflegeausbildung
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Kausale Dimension der Pflege

Die kausale Dimension der Pflege befasst sich mit den Ursachen bzw. Gründen, warum Menschen pflegebedürftig werden (causa lat. der Grund, die Ursache). Es ist damit der Blick zurück gemeint, mit dem betrachtet wird, welche Faktoren in ihrem Zusammenspiel zur Abhängigkeit von Pflegeleistungen geführt haben. Dieser Blick schärft auch das Verständnis für Möglichkeiten der Prävention von Pflegebedürftigkeit.

Es scheint im Nachhinein logisch, dass Krankenpflege seit dem Krankenpflegegesetz von 1985 die Aufgabe hatte, für die Krankheitsprävention zu sorgen. Das Gesetz von 2003 hat den Wanden vom pathogenetischen zum salutogenetischen Ansatz vollzogen und kennt nun außer der Krankheitsprävention die Gesundheitsfürsorge. Es bleibt spannend bis zum in Kraft treten der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung, welches Gewicht diese drei Elemente haben werden:

  • Pflege und Prävention von Pflegebedürftigkeit
  • Krankenpflege und Prävention von Krankheit
  • Gesundheitsfürsorge und Gesundheitsförderung

Viele chronisch Kranke, die sich tagtäglich alleine versorgen und - zwar eingeschränkt aber weitgehend und unabhängig von Pflege leben können, beweisen, dass nicht die Krankheit als solche zu Pflegebedürftigkeit führt.

So hat auch das Trajectory Work Modell gerade für die chronisch Kranken gezeigt, dass Pflegebedarfe vielfältige Ursachen haben. Diese Ursachen können in allen Lebensbezügen (körperlich, seelisch, geistig und sozial) auftreten.

Beim Pflegeberufsgesetz ist dies wenigstens von der Berufsbezeichnung her nachzuvollziehen: von der Krankenschwester, über die Gesundheits- und Krankenpflegerin zur Pflegefachfrau. Endlich fehlt in der Berufsbezeichnung die Krankheit!