Individuelle Dimension

Aus Generalistische Pflegeausbildung
Wechseln zu:Navigation, Suche

Individuelle Dimension von Pflege

Die individuelle Dimension von Pflege nimmt Menschen mit Pflegebedarfen als einmalige, unvergleichliche Personen in den Blick. Darin eingeschlossen sind Themen wie etwa

  • gender-, kultur- und religionssensible Pflege
  • Ausrichtung der Pflege an den Bedürfnissen der Pflege-Empfänger
  • Wahrung der Autonomie von Patienten, Bewohnern, Kunden und Gästen
  • Beachtung körperlicher, seelischer, geistiger und sozialer Lebensbezüge in der Pflege
  • Ausrichtung der Pflege an Ressourcen und nicht an Defiziten
  • Paradigmenwechsel von Reaktion auf Pflegebedarfe hin zur Prävention von Pflegebedürftigkeit

Die Hauptaufgabe professionell Pflegender besteht darin, sich überflüssig zu machen.

Es gibt Menschen, die wollen lieber von einer gleichgeschlechtlichen Pflegefachperson gepflegt werden, es gibt Menschen, die wollen das nicht. Es gibt Menschen, die ihre Religiosität leben (wollen), es gibt Menschen, die wollen das nicht. Es gibt Menschen, die in anderen Kulturkreisen aufgewachsen sind und jetzt Pflegebedarfe entwickeln, manche wollen, dass man ihre Ursprungskultur, ihre Muttersprache, ihre früheren Sitten, Gewohnheiten usw. beachtet, manche wollen das nicht.

Individualität als universeller Wert

Damit soll auf keinen Fall die Notwendigkeit negiert werden, dass die Ausbildung der Pflegefachleute Elemente gender-, kultur- und religionssensible Pflege enthalten muss. In jedem Fall, gerade auch dann, wenn die Pflegefachperson und der Mensch mit Pflegebedarf derselben Kultur, derselben Religion ... angehören und dieselbe Muttersprache sprechen, gerade auch dann ist der Pflegeprozess ein Aushandeln zwischen der Möglichkeit und den Erfordernissen jeweils auf individuelle Bedürfnisse einzugehen.

Beim Pflegeberufsgesetz fällt auf, dass der Klienten bezogene Aspekte von Pflege (und das ist eigentlich mit der individuellen Dimension von Pflege gemeint) breiten Raum einnehmen. Obwohl das Pflegeberufegesetz kein Pflegemodell oder keine bestimmte Pflegetheorie favorisiert, wird an zentraler Stelle – im § 5 „Ausbildungsziel“ – deutlich, dass sich Pflege und die Pflegenden an den Bedürfnissen der Menschen mit Pflegebedarfen zu orientieren haben.