Biografische Dimension

Aus Generalistische Pflegeausbildung
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Die biografische Dimension der Pflege

Die biografische Dimension der Pflege bezieht sich auf die Lebensgeschichte, also das Lebensalter, die Lebensumstände oder die Lebenssituation der zu pflegenden Menschen.

Im Gegensatz zur herkömmlichen Krankenpflege (oder schlimmer noch der krankheitsbezogenen Pflege, Pflege bei ...) trägt der biografische Ansatz der Tatsache Rechnung, dass sich eben nicht aus Krankheit (dem Kranksein), sondern auch aus der konkreten Lebenssituation Pflegebedarfe ergeben können.

Wie z.B. das Trajectory - Modell nahe bringt, ist es bei chronischen Krankheiten eben nicht die Krankheit an sich, die zur Abhängigkeit von Pflege führt. Im Gegenteil: Die Krankheit (im Sinn von: die Diagnose) ist häufig die einzige Konstante im stetigen Auf und Ab zwischen relativer Abhängigkeit und Unabhängigkeit.

Viele weitere Studien zu Pflegebedarfen chronisch Kranker zeigen auch, dass die Frage, ob und in welchem Umfang pflegerische Unterstützung benötigt wird, viel mehr von der Lebenssituation, von Vorerfahrungen, von vorhandener sozialer Unterstützung usw. abhängt als vom Krankheitsverlauf selbst.

Dieser Aspekt ist vor allem beim Thema "Prävention von Pflegebedürftigkeit" noch viel zu wenig beachtet worden.

Das Pflegeberufsgesetz definiert eindeutig als 5 Ausbildungsziel: Pflege in allen Altersstufen und allen Lebenssituationen (§ 5 Ausbildungsziel).

Im Schatten dieser - leider oft mehr emotional als rational - geführten Diskussion ist von der Fachöffentlichkeit eine viel weitreichendere Zusammenführung übersehen worden.