09 Mindestanforderungen an Pflegeschulen

Aus Generalistische Pflegeausbildung
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aktueller Stand wie im Bundesanzeiger veröffentlicht

§ 9 Mindestanforderungen an Pflegeschulen

(1) Pflegeschulen müssen folgende Mindestanforderungen erfüllen:

  1. hauptberufliche Leitung der Schule durch eine pädagogisch qualifizierte Person mit einer abgeschlossenen Hochschulausbildung auf Master- oder vergleichbarem Niveau,
  2. Nachweis einer im Verhältnis zur Zahl der Ausbildungsplätze angemessenen Zahl fachlich und pädagogisch qualifizierter Lehrkräfte mit entsprechender, insbesondere pflegepädagogischer, abgeschlossener Hochschulausbildung auf Master- oder vergleichbarem Niveau für die Durchführung des theoretischen Unterrichts sowie mit entsprechender, insbesondere pflegepädagogischer, abgeschlossener Hochschulausbildung für die Durchführung des praktischen Unterrichts,
  3. Vorhandensein der für die Ausbildung erforderlichen Räume und Einrichtungen sowie ausreichender Lehr- und Lernmittel, die den Auszubildenden kostenlos zur Verfügung zu stellen sind.

(2) Das Verhältnis nach Absatz 1 Nummer 2 soll für die hauptberuflichen Lehrkräfte mindestens einer Vollzeitstelle auf zwanzig Ausbildungsplätze entsprechen. Eine geringere Anzahl von hauptberuflichen Lehrkräften ist nur vorübergehend zulässig.

(3) Die Länder können durch Landesrecht das Nähere zu den Mindestanforderungen nach den Absätzen 1 und 2 bestimmen und weitere, auch darüber hinausgehende Anforderungen festlegen. Sie können für die Lehrkräfte für die Durchführung des theoretischen Unterrichts nach Absatz 1 Nummer 2 befristet bis zum 31. Dezember 2029 regeln, inwieweit die erforderliche Hochschulausbildung nicht oder nur für einen Teil der Lehrkräfte auf Master- oder vergleichbarem Niveau vorliegen muss.

Kommentar

Absatz (3) neu geregelt (22.06.2017)

Schulleitung und Theorie-Lehrer brauchen einen Masterabschluss plus eine pädagogische Qualifikation Weder Schulleitung noch Theorie-Lehrer müssen die Ausbildung, in der sie unterrichten, selbst absolviert haben. Während die Schulleitung fachlich / inhaltlich frei ist (es ginge z.B. auch ein Master in Physik, Chemie, Medizin, ...), ist die Fachlehrerin für die Theorie insbesondere pflegepädagogisch gebildet.

Spannende Fragen, die auch durch die inzwischen erschienenen Kommentare nicht beantwortet werden:

  1. Was können die Länder regeln?
  2. Was bedeutet "auch darüber hinausgehende Anforderungen"? Bedeutet das auch darunter bleibende Anforderungen?

Nach meinem Verständnis als juristischer Laie bedeutet "darüber hinaus" in etwa so viel wie "mehr, weiter". Also könnten die Länder über den Masterabschluss hinaus festlegen, dass dieser Master in einem bestimmten Fachgebiet absolviert werden muss. Wenn die Länder auch darüber hinaus etwas festlegen dürfen, bedeutet das, dass sie nicht nur darüber, sondern evtl. auch darunter bleiben dürfen.

Frage: "Können Länder festlegen, dass Lehrer auch mit Bachelor-Abschluss weiter an der Schule unterrichten dürfen?

Siehe dazu auch § 65 zum Thema Bestandschutz